Die richtige Kreditkarte

Die richtige Kreditkarte

Mehr als die Hälfte aller Deutschen über 14 Jahren besitzen heutzutage eine Visa oder MasterCard Kreditkarte. Laut Angabe vom Bundesverband Deutscher Banken, wurden allein im Jahr 2010 mehr als 44 Milliarden € an bargeldlosen Überweisungen durchgeführt. Auf dem deutschen Markt werden unterschiedlichste Kreditkarten von unzähligen Banken, Unternehmen und Finanzinstituten angeboten, die wiederum mit verschiedenen Dachmarken zusammen arbeiten. Zu den bekanntesten gehören Visa, Mastercard und American Express, wobei die ersten zwei ihre Kreditkarten über Banken herausgeben und nach dem Vereinsprinzip arbeiten, während American Express seine Karten direkt vertreibt. Dabei unterscheiden sich einzelne Kreditkarten stark in vielen Aspekten wie z.B. Gebühren, Kreditrahmen und Zusatzleistungen. Diese Einzelheiten werden jedoch von der kartenausstellenden Bank definiert. Für diejenigen Verbraucher, die ihre Kreditkarte nur im Urlaub oder für Einkäufe im Internet nutzen, reicht in der Regel auch eine kostenlose Kreditkarte völlig aus. Wer dagegen auf Sonderleistungen zurückgreifen möchte, um mit der Kreditkarte auf Dauer Geld zu sparen, könnte auch von den Extras einer kostenpflichtigen Kreditkarte profitieren. Verbraucher haben es wegen dem umfangreichen Angebot aber nicht wirklich leicht, die richtige Kreditkarte für sich zu finden.

Visa oder MasterCard?

Seit einigen Jahren hat sich in Deutschland ein deutlicher Wandel vollzogen, denn die verschiedenen Anbieter offerieren sowohl vollkommen kostenlose Kreditkarten als auch solche, die nach dem Prepaid-Prinzip funktionieren. Wegen den zahlreichen Angeboten ist der Kreditkartenmarkt nämlich unübersichtlich geworden, weshalb sich ein Vergleich der Kreditkarten vor der endgültigen Entscheidung auf jeden Fall lohnt. Dieser Beitrag soll nicht nur grundlegende Informationen zu Kreditkarten liefern, sondern auch als eine Entscheidungshilfe dienen, wenn es darum geht die richtige Kreditkarte für sich zu finden. Viele Kunden stellen sich zunächst die Frage, ob sie vielleicht eine Visa oder eben eine Mastercard auswählen sollten. Für den Endverbraucher unterscheiden sich die beiden Kreditkartenunternehmen kaum, denn beide bieten eine sehr häufige Akzeptanz und daher die größte Flexibilität. Wenn es um die Akzeptanz geht, dann verfügen Visa und Mastercard weit über ca. 25 Millionen Akzeptanzstellen weltweit, alleine in Deutschland sind es ca. 500.000. Überall dort, wo eine Kreditkarte akzeptiert wird, kann man auch mit diesen Kartentypen nichts falsch machen. Wem also die Flexibilität und Akzeptanz wichtig sind, ist sowohl mit Visa als auch mit MasterCard gut beraten. Zu weiteren Anbietern gehören die Barclaycard, Diners Club und American Express, wobei diese Karten weltweit weniger akzeptiert werden und auch direkt an den Kunden herausgegeben werden.

Welcher Kreditkartentyp passt zu wem?

Die Kreditkartentypen lassen sich prinzipiell in drei Kategorien unterteilen: Kostenlose Kreditkarten, Prepaid Kreditkarten und Premium Kreditkarten. Viele Banken werben heute mit einer kostenlosen Kreditkarte zum Girokonto. Als Kreditrahmen dient in diesem Fall häufig der Dispo-Kredit des Girokontos, so werden auch die mit Kreditkarte bezahlten Beträge mit dem Girokonto verrechnet. Bei solchen kostenfreien Kreditkarten sollte man jedoch auch das Kleingedruckte immer genau unter die Lupe nehmen, denn oft ist diese Kostenfreiheit auch an bestimmte Konditionen geknüpft. Bei einer Prepaid Kreditkarte erfolgt der Zahlungsverkehr auf Guthabenbasis, weshalb sie ursprünglich für Jugendliche gedacht ist. Dennoch eignet sich diese Kreditkarte auch für diejenigen Verbraucher, die einfach keine Schulden machen wollen oder für solche, die wegen geringer Bonität und einer negativen SCHUFA-Bewertung keinen Zugang zu anderen Kreditkarten haben. Für die Nutzung von Prepaid Kreditkarten zahlen die Nutzer jedoch etwas höhere Gebühren. Eine Debit Kreditkarte funktioniert ähnlich wie eine EC-Karte, denn sobald der Kunde etwas kauft wird sein Bankkonto zeitnah belastet. Im Gegensatz zu einer Charge- oder „echter“ Kreditkarte kann man also nicht einkaufen, wenn das Konto nicht gedeckt ist. Diese Art der Kreditkarte hat jedoch ihren Vorteil, weil sie auch für Menschen mit eingeschränkten finanziellen Mitteln (wie z.B. Studenten) geeignet ist und eine versehentliche Überschuldung ausgeschlossen ist, genauso wie bei der Prepaid Kreditkarte. Die dritte Kreditkartenart stellen die Gold- und Platinkarten dar, die zusammen als Premium Kreditkarten bezeichnet werden. Diese Kreditkarten bieten oft eine ganze Reihe von Zusatzleistungen wie zum Beispiel inkludierte Reiseversicherungen, besondere Vergünstigungen bei Autovermietern oder auf Flughäfen, Zugang zu Rabattsystemen etc. Jedoch sind solche Kreditkarten auch stets an die Zahlung von Gebühren gebunden. Diese besonderen Kreditkartentypen sind für hohe Ansprüche gedacht und gelten daher als ein Statussymbol. Schließlich kosten die Gold- und Platin-Variante jeweils 140 € bzw. 600 € pro Jahr. Der Verbraucher muss in diesem Fall selbst entscheiden, ob sich die Investitionen in eine solche Karte lohnt, denn normale Privatanwender dürften in den meisten Fällen mit einer solchen Kreditkarte ein Verlustgeschäft machen.

Welche Gebühren bringt die Kreditkarte?

Für viele Verbraucher sind Gebühren das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung und Auswahl der richtigen Kreditkarte. Die Jahresgebühr befindet sich dabei an erster Stelle, weshalb viele Anbieter gerne mit dem Argument „keine Jahresgebühr“ werben. Zu beachten ist jedoch, dass eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr nicht an einen bestimmten Mindestumsatz pro Jahr gebunden ist oder z.B. nur im ersten Jahr beitragsfrei ist. Bei solchen Angeboten sollte der Nutzer also unbedingt darauf achten, dass die Jahresgebühr dauerhaft entfällt. Nicht zu vergessen sind auch die Transaktionsgebühren, denn in den meisten Fällen entstehen für den Einsatz einer Kreditkarte jedes Mal auch entsprechende Transaktionskosten. Eine große Falle lauert bei den Sollzinsen, denn diese sind erheblich teurer im Vergleich zu herkömmlichen Krediten. Sollzinsen werden berechnet, wenn die Kreditkartenabrechnung am Stichtag nicht bezahlt ist oder das Kreditkartenkonto nicht ausreichend gedeckt ist. Daher sollten Verbraucher ihren Rechnungsbetrag immer rechtzeitig begleichen, um von dieser Option möglichst keinen Gebrauch zu machen. Der Verbraucher muss auch im Voraus wissen, ob er seine Kreditkarte vorwiegend für bargeldloses Bezahlen oder für Bargeldabheben nutzen möchte. Wer mit seiner Kreditkarte am Bankschalter oder Geldautomaten Bargeld abheben möchte, muss nämlich eine Bargeldgebühr bezahlen. Für Kreditkartenzahlungen in anderen Währungen als dem Euro, wird als Prozentsatz des Zahlbetrages meist auch eine Fremdwährungsgebühr fällig. Bei Diebstahl oder Verlust der Kreditkarte muss der Verbraucher in der Regel mit Ersatzkarten- oder Zweitkartengebühr rechnen. Diese Gebühr wird auch dann berechnet, wenn der Kontoinhaber für ein Familienmitglied oder seinen Partner auch eine zweite Karte beantragt. Bei Kreditkartenangeboten werden nicht immer wirklich alle Gebühren transparent aufgelistet, was die Auswahl der richtigen Kreditkarte zusätzlich erschwert. Wer böse Überraschungen vermeiden will und sichergehen möchte, sollte zur eigenen Sicherheit einen Kreditkartenvergleich zurate ziehen.

Kriterien für das eigene Zahlungsverhalten

Bevor man sich für eine Kreditkarte entscheidet, sollte man zuerst einige Kriterien für das eigene Zahlungsverhalten beachten. Der Verbraucher muss selbst herausfinden, wofür er seine Karte wirklich braucht: Für Online Shopping, für Urlaub Buchungen oder einfach für die Firma. Nur auf diese Weise kann er sich auch für das richtige Angebot entscheiden. Danach gilt es zu bestimmen, welche Zusatznutzen man von seiner Kreditkarte haben möchte. Viele Anbieter haben zusätzlich zur Standardleistung ihrer Kreditkarte auch erweiterte Funktionen integriert wie zum Beispiel Rabattmöglichkeiten oder Versicherungen. Wer solche Sonderleistungen aber nicht benötigt, kann auch problemlos auf die Zusatzkosten verzichten. Ebenso wichtig ist auch die Abrechnungsmentalität der Kreditkarte. Einen „echten“ Kredit für einen gewissen Zeitraum erhält der Verbraucher in der Regel nur mit einer klassischen Kreditkarte. Wer also nicht in Schulden geraten möchte, greift lieber zu einer Kreditkarte mit Prepaid- Funktion. Eine solche Karte kann wie gewöhnlich genutzt werden, nachdem sie zuvor mit Guthaben aufgeladen wird. Diese Kreditkartenform ist deshalb auch für diejenigen Kunden attraktiv, die eine nicht ganz so gute Bonität haben aber dennoch eine Kreditkarte benötigen. Um die richtige Kreditkarte für sich zu finden, muss der Verbraucher also wie beschrieben sein Zahlungsverhalten analysieren. Ebenso wichtig sind Tatsachen, ob man die Kreditkarte nur im europäischen Ausland einsetzen wird oder weltweit, ob die Kreditkarte für Bargeldabhebung im Ausland genutzt wird, ob die Höhe des Kreditrahmens eine Rolle spielt, ob man das Guthaben auf der Kreditkarte verzinst haben möchte etc. Nur wenn sich der Verbraucher alle diese Fragen stellt und seine persönlichen Wünsche analysiert, findet er auch die richtige Kreditkarte, die seinen Bedürfnissen und Vorstellungen am besten entspricht.

Die richtige Kreditkarte für Jugendliche und Studenten

Für Studenten und Jugendliche gibt es von einigen Anbietern besondere Kreditkarten für diese Personengruppe. Vor allem in den letzten Jahren haben sich spezielle Finanzprodukte auf dem Markt auch für Studenten etabliert, denn schließlich ist es auch Studenten wichtig, unkompliziert einen finanziellen Spielraum zu gewinnen. Die so genannten Studenten Kreditkarten sind in der Regel kostenlos oder sehr günstig. Da bei solchen Kreditkarten in der Regel kein Kreditrahmen eingeräumt wird, werden diese ausschließlich als Prepaid Kreditkarten (Kreditkarte auf Guthabenbasis) genutzt, und sind daher im Hinblick auf Sicherheit besonders geeignet. Auf diese Weise lernen die Kinder schon frühzeitig und unabhängig von ihren Eltern den verantwortungsbewussten Umgang mit ihrem Geld, während sich Eltern keine Sorgen mehr um die Kreditkartenrechnung machen müssen. Zudem wird dadurch auch von Beginn an vermieden, dass junge Menschen unerwartet und unnötig in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Beste Kreditkarte bei schlechter Bonität

Bei vielen Verbrauchern hat auch ihre Bonität einen großen Einfluss auf die Auswahl der richtigen Kreditkarte. Schließlich spielt für den Kartenherausgeber sowohl das Einkommen als auch die Bonität des Verbrauchers eine wichtige Rolle. Sobald man den Antrag für eine Kreditkarte stellt, holt sich die Bank in der Regel eine SCHUFA-Auskunft, um das Zahlungsverhalten des Antragstellers zu analysieren. Sobald dieser andere Kreditverpflichtungen oder Zahlungsausfälle hinter sich hat, ist er für das Kreditinstitut weniger interessant und geeignet. Da solche Anträge in der Regel abgelehnt werden, gibt es für den Antragsteller dann meist nur noch eine Alternative – nämlich die Prepaid Kreditkarte. Bei dieser Kreditkartenart wird zunächst ein Guthaben auf die Kreditkarte eingezahlt, über welches der Verbraucher dann verfügen kann. Sobald das vorhandene Guthaben erschöpft ist, sind weitere Zahlungen nicht mehr möglich. Bei einer Prepaid Karte wird also kein Kreditrahmen von der Bank erlaubt, sondern nur Zahlungen aus dem im Vorfeld erbrachten Guthaben.

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